1/21/2013

Berlin Fashion Week January 2013


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Die Oberflächlichkeit der Mode


„Fashionweek, Fashionblogging, Labelhunting uuuuuuh“ Dass die Klischees über die Oberflächlichkeit der Mode noch immer existieren ist uns allen klar. Woher diese kommen ist auch relativ leicht herzuführen. Viel Einbildung, Missgunst und zu viel Gossip Girl wirft ein ziemlich tiefgangloses Bild auf die Welt der Mode. Doch sollten wir alle nicht einmal unter diese Hülle sehen, uns aufraffen und den Schweinehund, der uns davon abhielt, mal einen Blick in diese Welt zu werfen, überwinden? Das sollten wir. Es geht nicht etwa immer nur um Geld, sich wiederholende Trends und ständiges Zurschaustellen. Nein, denn Mode ist Kunst. Kunst ist das tiefgehendste Medium, sich auszudrücken. Maler, die mit ihren Bildern zum Nachdenken und Interpretieren auffordern, Musiker, die mit aneinandergereihten Noten die Dinge tiefer ausdrücken, als das pure Worte jemals könnten und schließlich wir, wir alle, die wir mit dem, was wir an unserer Haut tragen, mehr sagen als ein Mancher das vielleicht glaubt. Mode drückt aus, wie ein Mensch sich fühlt; Trauernde tragen puristisches Schwarz. Mode drückt aus, wie ein Mensch tickt; Punks rebellieren mit schrillen Farben und schrägen Schnitten. Und vor Allem, Mode ist allgegenwärtig, jeden Tag dabei und für alle sichtbar. Man braucht keinen iPod, keinen Rahmen. Alles was wir brauchen sind unsere Körper. Mode ist nicht vergänglich und man kann sie berühren. Also sehr nah und pur. Wo ist nun hier die Oberflächlichkeit? Genau, bis zu diesem Punkt noch nicht vorhanden. Spinnen wir dieses Spielchen weiter. Ein Designer, der Künstler dieser Kunstform, will seine Stücke an den Mann bzw. die Frau bringen. Das funktioniert mit Zurschaustellung. In Magazinen, auf Fashionweeks. Dort befinden sich meist viele D-Z Promis, die die Gelegenheit gerne nutzen um Eigenpromo zu betreiben und viele Kameras, Reporter und vor allem Models, die als perfekt gelten und somit den ,Tiefgang vertreiben‘, denn Perfektion ist nicht natürlich und wird so in die Schublade ,Oberflächlich‘ gesteckt. Doch wenn man all diesen Schnickschnack ausblendet, den Fokus auf das Wesentliche, die Stofflichkeiten, konzentriert, sollten doch vor Allem Kunstliebende erkennen, dass an der Mode nichts oberflächliches ist. 
Mit dem Griff in den Schrank und der klitzekleinsten Überlegung in die Richtung ,was soll ich anziehen‘, beweisen wir, dass es uns EBEN DOCH interessiert, was wir da am Leibe tragen; und die Designer spinnen eben dies nur weiter und verarbeiten den Gedanken der Kleidung, wie jeder andere Künstler in wunderbaren Werken. Denn Mode inspiriert, lässt den Gedanken freien Lauf und ist im Grunde die Beste Art, sich ohne jegliche Worte auszudrücken.